Gedanken zum Tanken
Verzählt! Wo ist die Million?
3.8.2008 mr
Vor
kurzem gab das Statitische Bundesamt bekannt, daß die
Bevölkerung in Deutschland nicht mehr wie bislang angenommen 82,2
Millionen Menschen zähle, sondern nur noch 80,9 Millionen. Eigentlich kein
Drama, auch in einem Land, in dem nahezu alles erfaßt, gezählt und gemeldet
wird, wird man sich eben irgendwann und irgendwo mal verrechnet haben.
Vielleicht in Bayern, wo die Mathematikkenntnisse dann doch nicht so
überragend zu sein scheinen, oder in Berlin, wo man ja bekanntlich noch
nie mit Zahlen umgehen konnte.Was aber ist, wenn das ganze gar keine Zählpanne war, sondern wenn es diese 1,3 Million Menschen in unserem Land einmal gab, sie aber jetzt verschwunden sind? Dann wäre es natürlich interessant zu wissen, welche Zeitgenossen hinter dieser Zahl stecken. Waren es Stinkstiefel, die im Supermarkt beim Öffnen einer neuen Kasse ihren Einkaufswagen einem Panzer gleich brachial ans Band schieben? Dann wäre es nicht schade um den Verlust, solchen Menschen ruft man gerne ein Lebewohl hinterher. Wenn es aber liebenswerte Leute der Art waren, die alten Damen im Bus und in der U-Bahn ihren Platz anbieten oder die im Sommer Straßenbäumen Wasser geben, dann wäre unser Land mal wieder ein Stück ärmer geworden.
Und was wäre, wenn hinter den 1,3 Million die von der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) so dringend gesuchten Schwarzseher stecken? Gäbe es dieses Problem mit deren Verschwinden nicht mehr? Oder sind unserem Land Ingenieure abhand gekommen, die wir so dringend brauchen? Oder Schrankenwärter, die ohnehin immer weniger werden?
Wie auch immer, man wüßte es gerne. Denn spätestens bei der nächsten Million, die verlustig geht, müßte man sich Sorgen machen.
Adolf, der Eisbär
15.7.2008 mr
Was
macht den Louvre in Paris so anziehend? Die insgesamt rund 36.000 Bilder
oder allein ein einziges? Richtig, der Großteil der Besucher strömt vor
allem der "Mona Lisa" wegen in das ehrwürdige Museum.Und warum konnte der Berliner Zoo im letzten Jahr einen Rekordbesuch verzeichnen? Wegen des vielgerühmten Artenreichtums oder wegen eines einzigen Tieres? Auch hier richtig, Eisbär Knut wurde zum Publikumsliebling und füllte die Kassen.
Mit einem "Publikumsmagneten" können Museen, Ausstellungen oder Messen Besucher anziehen und im Idealfall die Aufmerksamkeit auch auf andere Exponate lenken. Das ist legitim und sogar eine geschickte Marketingstragegie.
So oder ähnlich müssen die Macher von Madame Tussauds Panoptikum gedacht haben, als sie vor kurzem in Berlin in Sichtweite des Brandenburger Tores ihre jüngste Filiale eröffnen wollten und an einer PR-Strategie bastelten. Mit welcher der 75 ausgestellten Figuren bloß könne man die Besucher magnetisch anziehen? Oli Kahn? Johnny Depp? Alice Schwarzer?
Sie haben sich für die Figur des selbsternannten "Führers" entschieden und dies mit dem im Umfragen ermittelten Geschichsinteresse des Publikums begründet. Die Sache funktionierte prächtig: die Presse sprang an, ein Besucher riß der Figur am Eröffnungstag sogar den Kopf ab, die Frage, wie das wiederhergestellte Stück Wachs künftig geschützt werden könnte, griffen die Zeitungen begierig auf. Publicity total!
Adolf als Eisbär. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Und was denken Sie? Schreiben Sie uns: erster.schritt@arm-strong.de
Aktualisiert 3.08.2008
